NICKI (ursprünglicher Name: Ulrica)

Nicki trat gegen Ende 2015 in mein Leben, sie ist am 29.05.2015 geboren und eine PRE- Stute. Ein zweites Pferd hinzuzuholen war schon sehr lange ein großer Wunsch von mir. Ich kenne es eigentlich auch nur mit zwei Pferden – vor ihr hatte ich während Néo auch noch Shantan, einen Araber-Mix, an meiner Seite.

Es war tatsächlich Liebe auf den ersten Blick! Den Züchter besuchte ich eigentlich wegen einer anderen Stute, aber sie war es, die mich komplett verzaubert hat. Ihre Art und Ausstrahlung war so besonders, dass ich mich kurzerhand für sie entschied. Von da an besuchte ich sie so gut wie jede Woche und verbrachte einfach nur Zeit mit ihr. Ich lernte sie schon da als sehr klug und selbstbewusst kennen und als ein Pferd, welches wirklich ihren eigenen Kopf hat. Einfach Traumhaft!

Den ersten Spaziergang durfte ich sogar selbst mit ihr erleben, die Strecke vom Stall weg war unglaublich gut, für das, dass sie noch nie in der weiten Welt draußen war! Aber der Rückweg war recht stressig für uns beide… Aber ich lernte schon hier, wie wichtig es ist, keinen Druck aufzubauen, mental dabei zu bleiben und strategisch klug vorzugehen. Sie ist nämlich schon damals für ihr zartes Alter extrem schwer zu beeindrucken gewesen.

Seit März 2017 steht sie nun bei Néo im wunderschönen Offenstall. Bis heute habe ich tatsächlich noch keine Konditionierung (ok, ich habe ihr das Halfter aufziehen schmackhaft gemacht, weil sie das gar nicht leiden konnte) angewendet und gehe mit ihr nur mittels Kommunikation ins Gelände. Es ist so schön eine Unterhaltung zu führen, statt ständig Befehle zu geben.

Eine Situation war auch sehr lehrreich: Irgendwie wollte ich ihr das Traben neben mir suggerieren. Ich machte es vor, wollte sie animieren, aber sie blieb jedes Mal total unbeeindruckt. Bis ich mir sagte, egal, irgendwann passiert es mal und ich kann sie darin bestärken. Und so war es dann auch. Wir waren unterwegs nach einer blöden Begegnung, die ich davor hatte, und sie bemerkte wohl, dass ich Luft rauslassen musste. Es gab für sie also einen Grund, warum wir Energie „verschwenden“ sollten. Ganz vorsichtig beschleunigte sie und fragte mich somit an, ob wir denn nicht traben wollen. Ich, total begeistert, sprang darauf an. Und so trabten wir in einer für mich perfekt gewählten Geschwindigkeit nebenher. Als dann eine Straße kam und ich entschleunigte, fiel sie ohne mucken auch wieder in den Schritt. Einmal fragte sie noch leicht an, aber als ich  nicht mitging, verstand sie, dass wir hier nicht traben konnten. Schon hier bewies sie mir, dass man auch jungen Pferden Mitspracherecht einräumen kann, ohne angst haben zu müssen, dass sie dann tun was sie wollen.


 

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