CHRISTINA (du kannst mich auch Chrissi nennen)


Schon immer fasziniert von den wundervollen Geschöpfen, durfte ich mit zarten drei Jahren schon auf kleinen Ponys ausgeführt werden. Natürlich bekam ich davon nicht genug – und so bekam ich mit sechs Jahren meine erste Reitstunde auf der „Susi“ eine ältere, liebevolle Stute. Die Zeit verging und ich weiß heute ehrlich gesagt nicht mehr, warum das Ganze mich nicht schon viel früher abgeschreckt hat. Denn was ich alltäglich im Reitverein mitbekam war schrecklich. Die Pferde lebten Tag und Nacht in enge, vergitterte Innenboxen und hatten starke Verhaltensstörungen. Wenn ich ein neues Pferd bekam, wurde es mir als „Name“ und Charaktereigenschaft „der beißt“, „pass auf, der legt die Ohren an, aber meint es nicht so“ oder „der schaukelt gern hin und her, mach dir da keine Gedanken“ vorgestellt.

Und das war noch nicht alles: Jede Reitstunde gab es eine Situation, in der die Pferde endlich ihren Frust ablassen konnten und durch die viel zu kleine Halle buckelten. Jedes Mal saß ich im Sand, Luft schnappend oder mit dröhnenden Kopf. Und jedes Mal stieg ich wieder auf. Die Peitschen knallten, die Stimme des Reitlehrers schallte aggressiv und harsch durch die Reitbahn. Keine Ahnung, warum ich da so lang blieb… Zwei einschneidende Erlebnisse mussten passieren, als ich endlich diesen Reitverein verließ.

Die erste Situation war, als die Susi rossig war und recht empfindlich wirkte. Sie ließ mich nicht in den Steigbügel kommen und ging immer seitlich von mir weg, wenn ich es versuchte. Der Reitlehrer kam und harschte mich an, warum ich mich denn so anstelle. Dann boxte er Susi ein paar Mal kräftig in den Bauch, bis sie total geschockt und zittrig da stand. „Jetzt kannst du aufsteigen“, sagte er selbstgefällig.

Die zweite Situation war, als ich schon so viel Angst und Stress entwickelt hatte, und auch noch zu spät kam. Dadurch keifte ich meine Mutter ziemlich an, die meine Situation jedoch verstehen konnte, schließlich waren wir ja wegen ihr zu spät. Aber der Reitlehrer musste sich ja unbedingt einmischen. Er schrie mich an, dass ich gefälligst meine Mutter nicht so an zicken solle und da brannten bei mir alle Sicherungen durch… Trotzig brüllte ich ihm meine Verabschiedung zu und verließ – endlich! – diesen furchtbaren Ort.

Nach einem halben Jahr Pause, suchte ich erneut nach einer besseren Unterrichtsmöglichkeit. Doch überall war es gleich. Durch die gemachten Erfahrungen konnte ich jedoch endlich auch sagen – nein, so will ich das nicht mehr. Und so fand ich dann irgendwann zum Westernreiten.
Am Anfang lief es einfach Traumhaft. Die Pferde waren total gelassen und der Reitunterricht im Vergleich so angenehm ruhig. Ich hatte meine Motivation wieder gefunden! Schon bald fand ich meine erste Reitbeteiligung und kaufte sie ein Jahr später.

Erst als Néo in mein Leben trat, änderte sich alles. Er riss mir die Rosarote Brille vom Kopf und zeigte mir die schlimmen Umstände, die man auf den ersten Blick nicht erkannte. Den Pferden wurde furchtbarer Schmerz zugefügt und dadurch willenlos gemacht. Ausdruckslose Augen sahen mich nun an. Und Néo hörte nicht auf, mir immer wieder andere Dinge vor die Füße zu werfen.

Nach mehreren Seminaren und einer Reise nach Montana, kam ich endlich auf Chi-Horsing von Alexandra König. Seit Mitte 2015 beherzige ich ihr Wissen und lerne jeden Tag dazu. Ich muss sagen, das hat unser Leben verändert und ich habe endlich den Umgang gefunden, nach dem ich sehnlichst gesucht habe.

Und was nun kommt, schreibe ich in diesem Blog nieder!


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