C H R I S S I

Alles fing an, als ich wohl das erste Mal in meinem Leben ein Pferd sah. Mit zarten drei Jahren wurde ich auf Ponys ausgeführt und mit sechs Jahren, durfte ich schon im Unterricht an der Longe reiten. Es dauerte nur drei Einheiten, dass ich im Gruppen Unterricht alleine mitreiten durfte. Verkrampft saß ich Stunde für Stunde auf brodelnde Fässer, welche jede Sekunde zu explodieren schienen. Und jedes Mal passierte es: die Pferde gingen durch, bockten und versuchten ihre Reiter los zu werden. Der Reitlehrer schrie Anweisungen, schlug die Pferde mit der Gerte, Hand oder auch mal mit seinem Bein… Und umso länger ich dort ritt, umso mehr Angst bekam ich. Bis ich mir selbst die Fragen stellte: „Ist das denn wirklich alles? Geht man wirklich so mit diesen wundervollen Geschöpfen um? Was gibt uns das Recht Tiere zu benutzen und ihnen rein gar nichts dafür zurück zu geben?“

Nach fast vier Jahren verließ ich diese Reitschule, auf der Suche nach den Antworten zu meinen Fragezeichen in meinem Kopf. Zwei Jahre lang besuchte ich so gut wie jede Reitschule in unserer Umgebung um immer wieder erschütternd fest stellen zu müssen, dass es fast genau dasselbe ist…

Nach einem halben Jahr Pause erfuhr ich vom Westernreiten und einem Westernstall in der Nähe und so besuchte ich diesen, voller neuer Hoffnung. Auf dem ersten Blick schien alles so friedlich, die Pferde waren sehr brav und die Reitstunde verlief, für mich, ungewöhnlich entspannt. Dort blieb ich gute vier oder fünf Jahre, hatte in der Zeit meine erste Reitbeteiligung, die ich anschließend kaufte. Und dann kam auch Néo dazu. Er war es, der mir die Rosarote Brille von den Augen riss und mir zeigte, dass der Schein trübte. Dass die Pferde so brav waren, weil sie teilweise gebrochen wurden, weil ihnen der Wille geraubt wurde…

Durch mehrere Stallwechsel, (falsche) Trainerwahlen und (richtigen) Lesestoff kam ich auf die Akademische Reitkunst, eine Reitweise, die für die Pferdegesundheit da ist und nicht für irgendwelche Turniere – und Chi Horsing, welches mir einen völlig neuen Blickwinkel auf den Pferdeumgang verholfen hat! Genau das, was ich immer vergeblich gesucht habe!

Und was nun kommt, schreibe ich in diesem Blog nieder!