Mit Unsicherheit haben wir – vor allem im Freizeitbereich – wohl alle zu tun. Mit Wissen steigt die Kompetenz und mit Erfolgen die Sicherheit. Man darf aber auch nicht davon ausgehen, dass Menschen, die Selbstbewusst sind, automatisch in allem sicher sind, was sie tun. Ebenfalls können unselbstbewusste Menschen in einer Sache so sicher sein, dass sie sich in diesem Bereich gar nicht erschüttern lassen. Deswegen ist das Thema „Unsicherheit“ sehr komplex und darf gar nicht so fix festgenagelt werden.

ERINNERUNG: Um weiterzulesen, solltest du vorher unbedingt Einführung in die Welt der Resonanz- und Spiegelgesetze lesen, damit du weißt, dass alles was nun kommt, keine Norm ist. Ich kann hier nur einen kleinen Teil ansprechen, dabei gibt es das Thema in viel mehr Facetten und Ausführungen. Es dient lediglich zur Selbstüberprüfung. Wenn es Fragen hierzu gibt, kannst du mir gerne eine Mail oder einen Kommentar schreiben.

So könnte das Thema entstanden sein

Unsicherheit sprießt schon sehr früh. Denn mit den heutigen (und vergangenen) Erziehungs- und Schulmaßnahmen nehmen wir den Kindern ihre Individualität und pressen sie in ein Schema F hinein. Leistung ist das A und O und nur so wird das Kind gemessen. Die einen erwischt es nicht so tragisch, wie die anderen. Dadurch, dass ihnen das spielerische Erforschen durch Trial and Error – also das eigene erarbeiten von Wissen genommen wird – gibt es nur noch ein Richtig oder Falsch. Fehler wiegen schwer und verbauen dem Kind die Zukunft. Es traut sich nicht mehr eigene Wege zu finden und zu gehen, da es den vorgegebenen Weg gehen muss. Ich glaube, dass in jeden von uns dieses Stück Unsicherheit steckt – bei den einen mehr und den anderen weniger ausgeprägt.

Resonanzgesetz – So zeigt es sich im Leben und das wird dadurch angezogen

Oft sind diese Personen in ihren Auftreten eher zögerlich, ergreifen weniger die Initiative und halten sich lieber im Hintergrund. Meist fühlen sie sich so, als ob sie sich rechtfertigen müssten, wenn sie etwas tun oder sagen. Sie trauen sich eher weniger ihre Meinung zu äußern und sind mit ihren Gedanken allgemein eher zurückhaltender. Wenn sie etwas neues lernen, gehen sie die Dinge sehr langsam an und sind sich auch nicht so sehr darüber bewusst, ob sie es gut oder schlecht machen – wobei sie eher denken, dass sie es schlecht machen. Deswegen fühlen sich unsichere Menschen sicherer, wenn sie jemanden haben, der ihnen „auf die Finger schaut“. Sie trauen sich allgemein eher wenig zu und überlassen deswegen das Meiste lieber jemand anderes – weil der das ja viel besser kann als die Person selbst. Bei Komplimenten z.B. über ihre Arbeit, fällt es einer unsicheren Person schwer, diese anzunehmen (wobei das wieder stark davon abhängt, wie Selbstbewusst diese Person ist – so kann eine selbstbewusste Person das Kompliment dennoch annehmen und kann damit aus der Unsicherheit sogar auch heraus kommen, wohingegen eine unselbstbewusste Person den Komplimenten nicht traut bzw. glaubt). Hat eine Unsichere Person eine Leidenschaft und Talent, fällt es ihr schwer, diese so nachzugehen, sodass es auch andere mitbekommen. Lieber behält sie es für sich, da sie Angst vor möglicher Kritik hätte, schließlich ist sie sich ja nicht sicher, ob sie darin tatsächlich talentiert ist.

Das Leben bereitet unsicheren Personen immer wieder „Geschenke“ vor, bei denen sie sich behaupten können. Sie bekommen immer wieder die Möglichkeit, zu zeigen, dass sie sich trauen, dass sie etwas schaffen können. Jedoch müssen sie diese Gelegenheiten auch ergreifen. Sonst macht es jemand anderes. Es kann aber auch sein, dass die unsichere Person ständig mitbekommt, wie andere das ausleben, was sie nicht schaffen. Das heißt, dass sie viel mit sicheren Menschen zu tun hat und immer wieder vor die Nase gesetzt bekommt, wie die das alles hinbekommen. Das kann frustrierend sein, aber auch den nötigen Pfeffer in dieser Person wecken. Denn auch Bequemlichkeit und „hier bin ich sicher“ kann eine große Rolle spielen. Denn die eigene Komfortzone bietet ihnen die Sicherheit, die ihnen sonst fehlen würde.

Spiegelgesetz – Das zeigt das Pferd

Das Pferd einer unsicheren Person kann entweder das Gleiche spiegeln – also auch zögerlich und unsicher sein – oder komplett das Gegenteil. Aber nicht auf eine harmonische Art, sondern so ein Pferd kann auch schnell gefährlich werden. Denn leider hat der Umgang mit Pferden sehr viel mit Sicherheit und Klarheit zu tun. Für jedes Pferd wäre es besser, wenn es – egal was – einfach durchgezogen wird. Das ist für das Pferd klar. Und in einer klaren Kommunikation, und wenn sie noch so gewaltvoll ist, fühlt sich das Pferd sicher. Eine unsichere Person macht die Dinge zögerlich und verliert schnell den Biss, wenn sie bemerkt, dass das Pferd es in Frage stellt. Oft ist es ein häufiges hin und her, während das Pferd gar nicht mehr weiß, was der Mensch eigentlich von ihm will. Das kann es ärgerlich, ängstlich oder lethargisch machen – je nach Typ und Charakter des Pferdes. Da Unsicherheit auch ein Keim aus anderen Themen sein kann, vermischt sich das auch mit den Spiegelungen der anderen „Kisten“. Deswegen kann man nicht pauschal sagen, „mein Pferd spiegelt nur meine Unsicherheit“. Meist geht dem eine (Selbst-) Ablehnung voraus, Angst oder andere, größere Themen (auf die ich noch kommen werde).

So kann daran gearbeitet werden

Zuerst solltest du für dich herausfinden, wie ausgeprägt diese Unsicherheit ist. In welchen Bereichen zeigt sie sich, ist sie immer da oder hast du sie nur beim Pferd bzw. in bestimmten Bereichen? Denn sollte letzteres der Fall sein, so ist es wichtig, sich gerade in diesen Bereich Wissen und praktische Übung (mit einem, dir sympatischen Lehrer) anzueignen. Eventuell schaffst du es auch alleine, dich aus der Unsicherheit heraus zu ziehen.

Ist die Unsicherheit in vielen Lebensbereichen vorhanden – also geht es schon mit Unselbstbewusstsein einher – so ist mehr arbeit gefragt. Denn dann kann dir auch kein Wissen oder Lehrer ins Selbstbewusstsein und in die Sicherheit führen. Da ist es wichtig, sich selbst und seine Stärken besser kennen zu lernen (denn deine Schwächen kennst du wahrscheinlich schon zu genüge 😉 ). Da gibt es ja viele Ratgeber und Tipps, deswegen gehe ich da nicht weiter darauf ein – aber gerade bei deinem Pferd ist es nun wichtig, dir einen Plan zu machen. Schreibe dir am besten vorher auf, was du vor hast, die möglichen Fragen, die dein Pferd dir stellen wird und deine Antworten dazu. Zum Beispiel:

DER PLAN:

Ich gehe heute zu meinem Pferd auf die Weide, mach das Halfter dran und gehe mit ihm zum Putzplatz.

MÖGLICHE FRAGEN:

  1. Muss ich wirklich mitgehen? Ich grase einfach weiter und schaue, was mein Mensch dazu zu sagen hat.
  2. Mein Mensch kommt? Da gehe ich mal lieber weg… Und weiter weg… Und weiter…

DIE MÖGLICHEN ANTWORTEN:

  1. Ich gehe zu meinem Pferd, zeige ihm eine Möhre, schiebe ihm das Halfter drauf, gebe ihm die Möhre und laufe sofort los. Dabei halte ich den Arm im rechten Winkel und das Seil kurz, damit mein Pferd weiß, dass es jetzt nicht mehr grasen darf.
  2. Ich gehe so lange hinterher und lasse nicht nach, bis mein Pferd stehen bleibt und sich das Halfter aufziehen lässt. Dabei bleibe ich ruhig und geduldig. Dann gibt es eine Möhre und überschwängliches Lob.

Um einfach ein Beispiel genannt zu haben. Das kann man dann beliebig aufbauen und je nach Erfahrung weiter ausarbeiten. So hat man auf jede Frage eine Antwort parat und kann mit einer Klarheit das „durchziehen“ was man vor hatte. Irgendwann brauchst du diese Vorarbeit auch gar nicht mehr, da du ein Gefühl dafür entwickelst, was dein Pferd fragt und braucht und somit ist dann auch die Unsicherheit, zumindest in diesem Bereich, weg.

Und ansonsten: Trau dich ruhig, dich den Herausforderungen im Leben zu stellen – vor allem wenn du dafür brennst! Vertraue deinem Gefühl und lass dich nicht von Außen beirren… (Ich weiß, das ist eine Klischee – Floskel, die man überall zu lesen findet, aber dennoch ist es einfach wahr 😉 )

Author

Ich heiße Chrissi und ich hatte meine große Entdeckung 2015 - da lernte ich Chi-Horsing (Saliho School von Sandra König) und die Akademische Reitkunst (nach Bent Branderup) kennen, welche mich auf einen komplett neuen Weg brachten... Diesen Weg möchte ich nun hier mit dir auf meinem Blog "Horsensation" teilen!

2 Comments

  1. Guten Morgen!
    Diesen Artikel sollte ich mit mit Edding und in Spiegelschrift hinter die Ohren schreiben.
    Danke.

Gerne können wir uns hier austauschen: