Der Auftakt zur neuen Blogserie!

Hiermit eröffne ich meine Blogserie mit dem Thema „Beziehungsaufbau“. Die Idee kam mir, als ich ganz von Neuem starten wollte (mehr Gedanken dazu unter dem Artikel „Selbstreflexion“), den ersten Schritt machte und dies meiner Mutter bei einem Spaziergang erzählte. Sie fand das höchst interessant, obwohl sie eigentlich nichts mit Pferden zu tun hat und meinte gleich „Das musst du in deinem Blog nieder schreiben!“.
Ich überlegte übers Wochenende, wie ich das denn überhaupt niederschreiben soll, da dieses Thema doch sehr komplex und kompliziert ist. So kam ich darauf, eine Serie daraus zu machen. So kann ich besser ins Detail gehen, ohne dass es zu viel wird. Und ihr könnt mich dabei begleiten und es vielleicht auch selbst ausprobieren. Damit ihr wisst, um was es dabei überhaupt geht, erzähle ich erst einmal meine Geschichte dazu:

Was sich ändern kann wenn man bereit ist an sich zu arbeiten

Im Oktober 2015 war ich auf einem 6-Tages-Seminar in der Saliho-School wo ich auf wichtige Themen stieß, an die ich arbeiten sollte. Da fing auch alles an. Diese Themen waren mein Selbsthass, meine Unsicherheit und Angst, meine Unzufriedenheit und meine Angewohnheit das Glück in meinem Pferd zu suchen. Diese Dinge entwickelten sich mit der Zeit und behinderten eine gesunde Beziehung zu meinem Pferd. Denn die Pferde tragen unsere ganzen Schwächen und bringen sie ans Tageslicht. Im Umgang mit dem Pferd kann Sandra König dann auch erkennen, was bei jedem los ist, da die Pferde dies sehr deutlich spiegeln.
Bereits während des Kurses arbeitete ich daran mir mehr Liebe zu schenken, mir mehr zu vertrauen. Ich machte schon da einen sehr großen Schritt, sodass ich auch erkannte, wie Kraftraubend meine Lebensweise bisher war. Ich machte damals sogar einmal einen Bluttest, weil ich dachte, dass ich einen Mangel hatte, da ich ständig so erschöpft war. Heute weiß ich, dass es nur meine ständig negativen Gedanken waren. Durch meine Selbstzweifel gab ich auch gerne meine Verantwortung ab, wie es z.B. die Situation war, dass die Dame des Anhängerfahrdienstes mir einfach so mein Pferd abnahm, sich bei Sandra König erkundigte, wo sie ihn denn hinbringen sollte, ohne mich zu beachten oder zu fragen, ob ich ihn nun nehmen möchte. Die zweite Aufgabe war dann bei der Heimfahrt, ihn selbst in den Anhänger zu führen. Für mich war das ein riesiger Schritt, da ich eigentlich zuvor gerne meine Verantwortung jemanden übergeben hatte, der – meiner Meinung nach – mehr Wissen und Erfahrung hat als ich.
So nahm ich ihn, sagte gleich, dass ich ihn bitte selbst hinein führen möchte und versuchte mein Glück. Auf halber Höhe gingen mir die Leckerlis aus und ich erinnerte mich daran, dass im Stall ein Müsli bereit stand, welches bei solchen Aktionen wohl immer Wunder wirkte. So kehrte ich mit Néo um und holte es, während die Dame des Anhängerfahrdienstes meinte „Aber so macht man das fei nicht!“. Meine Erwiderung: „Ist mir egal, ich hol das jetzt“ – das war wirklich fast schon rebellisch von mir! Gesagt getan, ich holte wieder neu aus und ging mit Müsli und Néo selbstbewusst in den Hänger und er war dann auch sofort drin. Ich grinste fröhlich. Erster Test bestanden!
Auch bei der Ankunft verschonten mich die Dominanten Personen nicht. Die Stallbesitzerin wollte erst, dass ich ihn einen Tag im angrenzenden Paddock stelle, da er ja einen anderen Geruch hätte und die anderen Pferde sich erst daran gewöhnen müssten. Mein Gefühl sagte mir aber, dass das kein großes Ding sein wird und ich bestand darauf, ihn gleich in die Herde zu „schmeißen“. Auch das konnte ich durchsetzen und wieder lächelte ich zufrieden, als alles tatsächlich höchst friedlich ablief.
Danach begegnete ich keinem Dominanten Menschen mehr, dem ich meine „Verantwortung übergeben“ konnte und wusste, dass ich nun eine neue Energie ausstrahlte. Ich hatte beide Tests bestanden.
Dann entschied ich mich Néo in Beritt zu geben, da ich merkte, dass ich diese Zeit auch für mich alleine bitter nötig hatte. Denn das Thema Angst war so fest in mir verankert, dass ich nichts mehr mit meinem Pferd tun konnte. So zog er nach Ingolstadt und ich besuchte ihn dort einmal in der Woche.
In dieser Zeit entdeckte ich die Fotografie für mich, da ich mich der Schönheit der Natur aussetzen MUSSTE und die kleinen und wunderschönen Dinge in mein Herz lassen konnte. Als unsicherer Mensch mit einer Kamera rum zu laufen, war tatsächlich eine große Überwindung für mich. Da mir immer extrem wichtig war, was andere von mir dachten. Und durch meine negative Lebensweise, waren die Gedanken natürlich nicht sehr freundlich. Ich war davon überzeugt, dass diese Menschen dachten „Oh Gott, was macht denn die Komische da? Denkt die, die hats drauf, oder was? Wie dämlich“ oder „Was bildet die sich denn ein, da mit der Kamera rum zu laufen, wie bescheuert ist die denn…“. Also nicht sehr freundlich… Aber ich zog es durch, ging auch mal zu Orten, die mit mehr Menschen bestückt waren und konzentrierte mich nur auf mein neu entdecktes Hobby und die Schönheit der kleinen Dinge. Plötzlich erkannte ich auch, wie wunderschön die Welt ist und was für ein Glück ich doch hatte darin leben zu dürfen. Ich bemerkte auch, was für ein unglaublich schönes Leben ich doch hatte. Und meine Unzufriedenheit verwandelte sich immer mehr in Zufriedenheit. Meine negativen Gedanken kamen immer weniger hervor, stattdessen ertappte ich mich dabei, was für ein optimistischer und positiver Mensch ich doch eigentlich bin. Umso weniger Unsicherheit in mir war, umso mehr verlor ich auch meine Angst. Und dadurch, dass ich auch Jemand anderes mit meinem Pferd umgehen sah und dieser keine Probleme mit ihm hatte, bzw. diese „Probleme“ leicht Händeln konnte, verlor ich diese Angst auch immer mehr.

Das erste halbe Jahr verbrachten wir nur mit ausgiebigen Spaziergängen

Und dann kam der Wendepunkt. Da ich einen Kurs (Akademische Reitkunst) buchte, dachte ich, ich muss nun dafür trainieren. Aber genau das passte meinem Pferd gar nicht. Denn er spürte, dass ich es ganz tief in mir drin eigentlich gar nicht wollte. So wie ich mein Gefühl abschnitt, schnitt auch er sich ab und verkroch sich während den Trainingseinheiten. Und wenn ich spazieren ging, führte er sich wieder so auf, wie damals, als er mir da wohl auch schon „sagen“ wollte, dass ich auf den falschen Weg bin. Zum Glück war der Workshop in der Saliho School dazwischen, wo ich auch ein Videomaterial mitbrachte, das alles sehr deutlich zeigte. Auch Sandra König fragte mich noch einmal, ob es wirklich das ist, was mich glücklich macht. Meine klare Antwort – ganz sicher nicht… Und nun möchte ich unbedingt diese Reise antreten, eine Reise zu einer besseren Selbstwahrnehmung, einem echten Beziehungsaufbau und vor allem einem Pferd, welches sich mir freiwillig und ohne irgendeiner Konditionierung anschließt.

In der Serie schreibe ich nun über meinen Weg. Dazwischen können natürlich auch andere Einträge online kommen aber ich kennzeichne die zugehörigen Artikel natürlich, damit nichts unter geht. Ich wünsche schon einmal ganz viel Spaß beim lesen und hoffe mit meinen Erfahrungen auch einige von euch zu inspirieren, einen neuen Weg zu gehen. ☺